16.10.08 09:44 Alter: 6 Jahre

Hilfskräfte im Kreis rücken zu „Tornado“-Übung aus: 650 Leute im Einsatz

Von: Landratsamt Karlsruhe

Erstmals rechnergestützte Stabsarbeit getestet

 

Über den nördlichen Landkreis Karlsruhe ist ein Tornado hinweggezogen. Er hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Es gibt viele Verletzte, Straßen und Eisenbahnverkehr sind teilweise blockiert, das Stromnetz beschädigt, Keller überflutet. In den beteiligten Städten und Gemeinden des Landkreises (Bad Schönborn, Bruchsal, Forst, Ubstadt-Weiher, Oberhausen-Rheinhausen, Philippsburg, Kraichtal und Östringen) gehen von Bränden weitere Gefahren aus - Szenarien der Katastrophenschutzübung, die am Samstag, 11. Oktober, die Rettungskräfte im Kreis mobilisierte. „Rund 650 Leute waren im ganzen Landkreis im Einsatz“, erläuterte der stellvertretende Kreisbrandmeister Klaus Mayer. Ihm oblag auch die Einsatzleitung der Übung. Die Lagedienstführung in der Feuerwehrleitstelle im Landratsamt Karlsruhe hatte Jürgen Bordt übernommen.Mit den Kollegen aus dem Führungsstab, die die Arbeit von Feuerwehren, DLRG, DRK, Polizei, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk koordinierten, zog er zur Übung in die Räumlichkeiten des Landratsamtes Karlsruhe. Dort übernahm auch die Feuerwehrleitstelle eine zentrale Rolle. „Was genau passieren wird, wissen wir nicht“, kommentierte Kreisbrandmeister Thomas Hauck. Er betreute die geladenen Gäste - darunter Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Erster Landesbeamter Ralph Schlusche, Bezirkskreisbrandmeister Link und Bürgermeister Ulrich Hintermayer, die sich einen Überblick über die Lage der Großübung verschaffen konnten. Ziel der Übung sei es, so Hauck, das Zusammenspiel der Rettungs- und Hilfsteams unter realen Bedingungen zum ersten Mal durch rechnergestützte Stabsarbeit zu trainieren. „Der Landkreis Karlsruhe ist hier Pilotprojekt“, ergänzte der Kreisbrandmeister. Das ganze Geschehen werde protokolliert und später ausgewertet, so Hauck. Weiteres Ziel der Übung sei es, die Zusammenarbeit zwischen Führungsstab und Verwaltungsstab auf Landkreisebene sowie die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Leitungsgruppe auf Gemeindeebene zu üben. Für die Bürger gab es durch die Katastrophenschutzübung keine Beeinträchtigungen. Der Brandschutz war auch in allen Landkreiskommunen während der Übung gewährleistet. Dass das Szenario einer Tornadokatastrophe entwickelt wurde, überraschte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel nicht: „Vor dem Hintergrund des drohenden Klimawandels ist das nicht abwegig.“ Er dankte allen Einsatzkräften für ihr Engagement und ist zuversichtlich, dass auch im Ernstfall alle Hand in Hand arbeiten werden.