Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal, Abteilung Oberöwisheim

Die Abteilung Oberöwisheim kann auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken.

Anfang September 1901 trafen sich 36 junge Männer im Rathaus und unterschrieben die von Mitbegründer Hauptlehrer Stoll verlesenen Statuten.

Bei der Wahl am 29. September 1901 wurde Georg Stoll als erster Kommandant und Christian König als dessen Stellvertreter gewählt.

In den folgenden Jahren wurde 1903 Abraham Schneckenburger und 1906 Christian König zu den Nachfolgern von Georg Stoll gewählt.

Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden immer mehr Kameraden an die Front berufen, bis am Ende noch 10 Mann den Dienst in der Feuerwehr versahen.

Im Jahr 1919 wurde Johann Hemberger zum neuen Kommandanten gewählt. Nach 17 Jahren trat dessen Nachfolge Max Bauer an. Dieser wurde zum Ende des 2. Weltkrieges von der Militärregierung abgesetzt. Während des Krieges stellten sich immer mehr Frauen dem Dienst in der Feuerwehr, da die Männer alle an die Front gerufen wurden. Zum Kriegsende hatte die Oberöwisheimer Wehr aufgehört zu bestehen. Niemand wollte mehr eine Uniform tragen. Vom damaligen Bürgermeister wurden daraufhin einige Männer zum Feuerwehrdienst verpflichtet.

Bald fanden sich jedoch wieder viele Freiwillige und führten die Tradition der Wehr fort. Die von der Fa. Rombach gespendeten Dienströcke aus Wehrmachtsbeständen wurden eingefärbt und die ersten Feuerwehruniformen der Nachkriegsgeschichte genäht.

 Im Jahr 1949 wurde eine eigene Feuerwehrkapelle gegründet, welche sich 1955 mit der Kapelle des Musikvereins zusammenschloss.

Das 50-jährige Jubiläum wurde 1951 gefeiert. Hierzu wurde zum Abschluss ein Kameradschaftsabend veranstaltet. Da jedoch zu dieser Zeit noch das Brotmarkensystem herrschte, stiftete Jagdpächter Josef Loes kurzerhand ein erlegtes Wildschwein.

Im Jahr 1959 wurde Fritz Schwake neuer Leiter der Wehr.

Das erste Fahrzeug bekam die Wehr im Jahr 1965, ein so genanntes Luftschutzfahrzeug.

Siegfried Zumbach leitete die Geschicke der Wehr von 1968 an. 1971 bekam die Wehr dann ein neues LF 8 und im darauf folgenden Jahr errang die erste Gruppe das bronzene Leistungsabzeichen.

Von 1980 bis 1995 stand Manfred Bauer an der Spitze der Oberöwisheimer Wehr. In den vergangenen sowie in den folgenden Jahren hatten die Oberöwisheimer immer wieder zum Teil größere Feuer zu löschen. 1991 wurde das alte Gerätehaus umgebaut. In diesem finden bis heute die Rathausaußenstelle, das DRK und die Feuerwehr ihre Unterkunft.

Im Januar 1995 wurde Jürgen Schuhmann zum neuen Abteilungskommandanten von Oberöwisheim gewählt. Mit der Aufnahme des Stadtbahnbetriebes Bruchsal – Menzingen wurden auch die Oberöwisheimer Kameraden für mögliche Einsatze an der Bahn ausgebildet.

Abteilungskommandant Schuhmann gelang es 1998 zwei MTW der Bereitschaftspolizei zu erwerben. Nachdem ein Fahrzeug beim Stadtgerätewart Verwendung fand, wurde das Oberöwisheimer Fahrzeug in mühevoller Arbeit zu einem schmucken MTW der Feuerwehr umgebaut.

Am 2. Juni 1999 wurde durch eine Abordnung das neue LF 8/6 für die Wehr bei der Fa. Ziegler in Giengen/Brenz abgeholt. Schon bei der Nachhausefahrt kam die Truppe in ein Unwetter und konnte Dank der guter Ausrüstung bei Pforzheim Hilfe leisten.

Im Jahr 2000 wurde von der Feuerwehr Plochingen ein ausgedienter Transporthänger der FBG erworben. In bewährter Eigenarbeit wurde der Hänger zu einem Ölwehrhänger umgebaut, auf dem alles Gerät der Ölwehr verlastet ist.

Das große Fest anlässlich des 100-jährigen Jubiläums fand im Juni 2001 statt. In einem großen Festzelt beim Burgartenstadion wurde 3 Tage lang mit einem bunten Programm gefeiert. Großer Höhepunkt war der Festzug am Sonntag durch die Straßen Oberöwisheims, welcher bei vielen Beteiligten stets in Erinnerung blieb.

Nach 10-jähriger Amtszeit übergab Jürgen Schuhmann im Januar 2005 das Amt an den neu gewählten Abteilungskommandanten Mathias Bauer. Dieser führt bis heute die Oberöwisheimer Wehr. Dass die Kameradschaft in der Wehr nie zu kurz kam, war und ist heute noch selbstverständlich.